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Wirtschaftsexperte: Europa muss gemeinsamen Pandemie-Plan aufstellen

Europa sollte einen gemeinsamen Pandemie-Plan erarbeiten. Dabei sollte es  von den Problemen, die während der Corona-Krise aufgetreten sind, lernen und  ein effektiveres Krisenmanagement entwickeln.

 

Das fordert Ifo-Präsident Clemens Fuest in einem Aufsatz für den Ifo Schnelldienst. „Erforderlich sind klare Regeln und Verfahren, um Mobilitätsbeschränkungen über nationale Grenzen hinweg und gesundheitspolitische Maßnahmen besser zu koordinieren“, sagt er.

Zentrale Herausforderung sei die Beschaffung von Impfstoffen. „Bei der Entwicklung und dem Kauf von Impfstoffen müssen wir künftig schneller handeln und unnötige Verzögerungen vermeiden“, sagt Fuest.

 

Der Blog über Europa und die EU

https://www.interview-welt.de/blog/europa-im-blick/

 

Vereinbarung über Nutzung von Krankenhaus-Kapazitäten

 

Zudem sollten die Mitgliedsstaaten EU-weite Vereinbarungen über die gemeinsame Nutzung von Krankenhaus-Kapazitäten etablieren, um eine Überlastung der Gesundheitssysteme einzelner Länder zu verhindern. „Wichtig ist es auch, Daten besser zu erheben und zu teilen. Dies ist notwendig um eine Pandemie-Verlauf nachzuvollziehen und wirksame Gegenmaßnahmen zu treffen“, sagt Fuest.

 

Am stärksten betroffenen Staaten müssen sich am schnellsten erholen

 

Zur Steigerung der wirtschaftlichen Dynamik in der EU ist es Fuest zufolge erforderlich, dass sich vor allem die von der Krise am stärksten getroffenen Mitgliedstaaten schnell erholen. „Der Fonds Next Generation EU (NGEU) kann dazu beitragen. Letztlich müssen aber die Mitgliedsstaaten selbst handeln und durch wirtschaftspolitische Reformen ihre Wachstumskräfte stärken und gleichzeitig die Staatsverschuldung unter Kontrolle halten“, sagt Fuest.

 

EU soll verstärkt öffentliche Güter bestellen

 

Die EU selbst müsse sich auf die Politikbereiche konzentrieren, in denen sie mehr leisten könne als einzelne Mitgliedstaaten allein. Es gelte Hindernisse für grenzüberschreitende wirtschaftliche Aktivitäten abzubauen und europäische Interessen auf der globalen Ebene stärker zu vertreten. Zudem sollte die EU verstärkt öffentliche Güter bereitstellen.

pm, ifo

 

English version

 

Europe should develop a common pandemic plan. In doing so, it should learn from the problems that occurred during the Corona crisis and develop a more effective crisis management.

 

This is what Ifo President Clemens Fuest demands in an essay for the Ifo Schnelldienst. "Clear rules and procedures are needed to better coordinate mobility restrictions across national borders and health policy measures," he says. The central challenge, he says, is the procurement of vaccines. "In the development and purchase of vaccines, we must act more quickly in future and avoid unnecessary delays," says Fuest.

 

Agreement on the use of hospital capacities

 

In addition, the member states should establish EU-wide agreements on the joint use of hospital capacities in order to avoid overloading the health systems of individual countries. "It is also important to collect and share data better. This is necessary to track a pandemic and take effective countermeasures," says Fuest.

 

Hardest-hit states must recover fastest

 

According to Fuest, in order to increase economic dynamism in the EU, it is especially necessary that the member states hit hardest by the crisis recover quickly. "The Next Generation EU (NGEU) fund can contribute to this. Ultimately, however, the member states themselves must act and strengthen their growth forces through economic policy reforms while keeping public debt under control," says Fuest.

 

EU should order more public goods

 

The EU itself must concentrate on policy areas in which it can do more than individual member states alone. Obstacles to cross-border economic activities must be removed and European interests must be represented more strongly at the global level. In addition, the EU should provide more public goods. pm, ifo, mei

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