Chats: Staatsanwaltschaft beantragt Strafbefehle gegen Polizisten

Im Skandal um rechtsextreme Chats bei der Polizei in Essen und Mülheim/Ruhr will die Staatsanwaltschaft Duisburg elf Strafverfahren abschließen.

 

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" aus Justizkreisen erfuhr, haben die Staatsanwälte beim Amtsgericht Mülheim/Ruhr sechs Strafbefehle beantragt. In einem Fall geht es um Diebstahl einer Waffe, in fünf weiteren um die Verbreitung von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen und Volksverhetzung. Demnach sollen die beschuldigten Beamten jeweils Geldstrafen entrichten, sollte das Amtsgericht den Anträgen zustimmen. So soll etwa ein Beamter fast 2.000 Euro bezahlen, weil er in einem der Polizei-Zirkel das Bild eines Unfallopfers im Kindesalter verschickt hatte.

 

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Ermittlungen gegen weitere Chat-Mitglieder eingestellt

 

Die Ermittlungen gegen fünf weitere Chat-Mitglieder wurden eingestellt. Bei den Beschuldigten handelte es sich um Mitglieder der geschlossenen WhatsApp-Gruppen "Alphateam" und "Kunta Kinte". Dort kursierten etwa Posts mit Hakenkreuzen, Hitler-Bildern oder von Flüchtlingen in einer Gaskammer des Nazi-Regimes.

 

Nachforschungen ergeben rechtliches Problem

 

Gegen 14 Hauptprotagonisten der Chat-GNachruppen laufen die Ermittlungen wegen des Verbreitens verfassungs- und fremdenfeindlichen Materials weiter. Die Nachforschungen bergen ein rechtliches Problem. Wenn die rechtsextremen Posts nur in einem kleinen, geschlossenen Kreis verbreitet werden, wird es schwierig, die Beteiligten strafrechtlich zu belangen. Nur, wenn derartige Dateien im Netz einem größeren Kreis zugänglich werden, greifen die entsprechenden Strafparagrafen. pm, ots

 

English version

 

In the scandal of right-wing extremist chats at the police in Essen and Mülheim/Ruhr, the public prosecutor's office in Duisburg wants to conclude eleven criminal proceedings.

 

As the "Kölner Stadt-Anzeiger" has learned from judicial circles, the public prosecutors have applied for six criminal orders at the Mülheim/Ruhr district court. One case involves the theft of a weapon, five others involve the dissemination of symbols of anti-constitutional organisations and incitement of the people. Accordingly, the accused officers are to pay fines in each case, should the district court agree to the requests. For example, one officer is to pay almost 2,000 euros for sending a picture of a child accident victim in one of the police circles.

 

Investigations against further chat members discontinued

 

The investigations against five other chat members were discontinued. The accused were members of the closed WhatsApp groups "Alphateam" and "Kunta Kinte". Posts with swastikas, pictures of Hitler or of refugees in a gas chamber of the Nazi regime circulated there.

 

Investigations reveal legal problem

 

Investigations are continuing against 14 main protagonists of the Chat-GNachruppen for disseminating anti-constitutional and xenophobic material. The investigations pose a legal problem. If the right-wing extremist posts are only disseminated in a small, closed circle, it will be difficult to prosecute those involved. Only if such files become accessible to a larger circle on the net do the corresponding penal paragraphs apply. pm, ots, mei

 

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