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Eine Debatte nach dem Scheitern der Afghanistan-Mission ist überfällig

Eine Debatte ist überfällig - erst recht nach dem Scheitern in Afghanistan. Darüber, welche außenpolitische Strategie das Land verfolgt, welche Rolle Deutschlands Militär dabei spielt, wie es dafür ausgestattet - und bewaffnet - sein muss.

 

Im Wahlkampf herrschte dazu überwiegend Schweigen. Gerne stellt man das Thema Verteidigungspolitik in die dunkle Ecke - dorthin, wo sie keiner sehen kann. Sieht so ein wertschätzender Umgang mit der Bundeswehr und ihren Soldaten aus? Es ist zu hoffen, dass die nächste Bundesregierung den Mut aufbringt, sich der Diskussion zu stellen. Quelle: Badische Zeitung

 

Die Frage nach dem Sinn des Einsatzes

 

Doch für jene Uniformierten, die traumatisiert oder physisch verletzt aus Afghanistan zurückkehrten, stellt sich noch immer die Frage nach dem Sinn des Einsatzes. Antworten darauf sind schwer zu finden. Die Taliban drehen die Uhr erbarmungslos zurück. Egal, was Bundeswehr und mit ihr verbündete Streitkräfte in der Zukunft tun werden: Einen zweiten Versuch, ein kaputtes Land dieser Größe vom Kopf auf die Füße zu stellen, wird es nicht geben. Mit Recht. Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

 

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Der Afghanistan-Einsatz war zur Routine geworden

 

Als der Afghanistan-Einsatz am 30. Juni endete und die bis dahin letzten Soldatinnen und Soldaten vom Hindukusch auf dem Fliegerhorst Wunstorf landeten, glänzten die politisch Verantwortlichen durch Abwesenheit.

 

Nach der Machtübernahme der Taliban und dem nötig gewordenen Evakuierungseinsatz der Bundeswehr hat sich das Bild gewandelt. Es gab schon fast ein Übermaß an Ehrungen. Das Versäumnis ist Ausdruck einer nachlassenden Integration der Truppe in die Gesellschaft. Der Versuch, es zu reparieren, ist Ausdruck eines schlechten Gewissens.

 

Der Afghanistan-Einsatz war nach 20 Jahren zur Routine geworden, und sein Ende schien nicht der Rede wert. Selbiges schien auch für die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten zu gelten. Letztere kamen nun vermehrt persönlich zu Wort. Gut so. Das wird den Schmerz der Truppe kaum lindern. Für jene, die traumatisiert oder physisch verletzt aus Afghanistan zurückkehrten, stellt sich wie für die anderen die Sinnfrage. Antworten sind schwer zu finden. Quelle: Frankfurter Rundschau

pm, ots

 

English version

 

A debate is overdue - all the more so after the failure in Afghanistan. About what foreign policy strategy the country is pursuing, what role Germany's military plays in this, how it must be equipped - and armed - for this.

 

During the election campaign, there was mostly silence on this issue. People like to put the issue of defence policy in the dark corner - where no one can see it. Is this what it looks like to treat the Bundeswehr and its soldiers with respect? It is to be hoped that the next federal government will have the courage to face the discussion.

Source: Badische Zeitung

 

The question of the meaning of the mission

 

But for those in uniform who returned from Afghanistan traumatised or physically injured, the question of the meaning of the mission still remains. Answers are hard to find. The Taliban are mercilessly turning back the clock. No matter what the Bundeswehr and its allied forces do in the future: There will be no second attempt to turn a broken country of this size around. Rightly so. Source: Mitteldeutsche Zeitung

 

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The Afghanistan mission had become routine

 

When the Afghanistan mission ended on 30 June and the last soldiers from the Hindu Kush landed at the Wunstorf air base, the political leaders were conspicuous by their absence.

 

After the Taliban took power and the Bundeswehr had to evacuate, the picture changed. There was almost an excess of tributes. The omission is an expression of the troop's declining integration into society. The attempt to repair it is an expression of a guilty conscience.

 

The Afghanistan mission had become routine after 20 years, and its end did not seem worth mentioning. The same seemed to apply to the performance of the soldiers. The latter now increasingly had their say in person. Good thing. This will hardly ease the pain of the troops. For those who returned from Afghanistan traumatised or physically injured, the question of meaning arises, as it does for the others. Answers are hard to find. Source: Frankfurter Rundschau  pm, ots, mei

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