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Sahra Wagenknecht: Ohne Vertrauen wird Linke bald Geschichte sein

Die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht hat eine Mitverantwortung für das schlechte Ergebnis der Linken bei der Bundestagswahl entschieden zurückgewiesen.

 

"Umfragen und auch Wahlergebnisse, die uns einen eklatanten Verlust an Vertrauen in der Wählerschaft bescheinigen, gab es lange vor meinem Buch", sagte die Politikerin im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Zeitung "nd.DerTag". Sie verwies unter anderem auf die Europawahl 2019, bei der die Linke nur 5,5 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Die damalige Parteiführung habe auf diesen "Warnschuss" nicht reagiert und sei "zur Tagesordnung übergegangen", monierte die ehemalige Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag.

 

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Verantwortung für Wahldebakel zugewiesen

 

Etliche Linke-Politiker hatten Wagenknecht eine maßgebliche Verantwortung für das Wahldebakel zugewiesen. Sie monieren unter anderem, dass die prominente Politikerin und Autorin über Monate in Talkshows, Interviews und in ihrem im April veröffentlichten Buch "Die Selbstgerechten" die eigene Partei attackiert habe. Wagenknecht hatte der Linken unter anderem vorgeworfen, ihr Kernthema soziale Gerechtigkeit zugunsten des Einsatzes für Klimaschutz, gegen Rassismus und für Geflüchtete zu vernachlässigen.

 

Mit dem Buch der Partei helfen wollen

 

Gegenüber "nd.DerTag" betonte Wagenknecht, mit ihrem Buch habe sie ihrer Partei helfen wollen. Sie habe sich auch einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf gewünscht, aber auch dabei seien Fehler gemacht worden. Im Zusammenhang mit ihrer Kritik, die Linke habe sich "unterwürfig als Koalitionspartner angedient", nannte Wagenknecht namentlich Susanne Hennig-Wellsow.

 

Für bedingungsloses Mitregieren eingetreten

 

Die Kovorsitzende der Linken sei für ein bedingungsloses Mitregieren eingetreten. Zugleich betonte Wagenknecht, sie sei gegen Personaldebatten. "Wir sollten sachlich diskutieren, warum wir so viele Menschen enttäuscht haben", forderte sie. Gelinge es nicht, "das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, wird Die Linke bald Geschichte sein", warnte Wagenknecht. pm, ots

 

English version

 

The Left Party politician Sahra Wagenknecht has firmly rejected any share of responsibility for the poor result of the Left Party in the Bundestag elections.

 

"Surveys and also election results that attest us a blatant loss of trust among the electorate existed long before my book," the politician said in an interview with the Berlin-based newspaper "nd.DerTag". Among other things, she referred to the 2019 European elections, in which the Left Party received only 5.5 per cent of the vote. The former chairwoman of the Left Party in the Bundestag criticised that the party leadership at the time had not reacted to this "warning shot" and had "gone over to business as usual".

 

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Responsibility for election debacle assigned

 

Several left-wing politicians had assigned Wagenknecht a major responsibility for the election debacle. Among other things, they complained that the prominent politician and author had attacked her own party for months in talk shows, interviews and in her book "Die Selbstgerechten" (The Self-Righteous), which was published in April. Wagenknecht had accused the Left Party, among other things, of neglecting its core issue of social justice in favour of its commitment to climate protection, against racism and for refugees.

 

Wanting to help the party with the book

 

Wagenknecht stressed to "nd.DerTag" that she had wanted to help her party with her book. She had also wished for a successful Bundestag election campaign, but mistakes had been made in the process as well. In connection with her criticism that the Left Party had "servilely offered itself as a coalition partner", Wagenknecht mentioned Susanne Hennig-Wellsow by name.

 

Advocating unconditional co-government

 

The co-chairwoman of the Left Party had advocated an unconditional co-government. At the same time, Wagenknecht stressed that she was against debates on personnel. "We should discuss objectively why we have disappointed so many people", she demanded. If we do not succeed in "winning back the lost trust, Die Linke will soon be history", Wagenknecht warned. pm, ots, mei

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