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Greenpeace COP26: Der Konsum ist der Haupttreiber der Klimakrise

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace drängt zum Schutz des Klimas auf einen Umbau des Einzelhandels.

 

Viola Wohlgemuth, Konsumexpertin und Kampagnenleiterin bei Greenpeace Deutschland, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich fordere ganz konkret, dass in den deutschen Innenstädten in den kommenden fünf Jahren zehn Prozent der Verkaufsflächen bereitgestellt werden für Alternativen zum Neukauf. Secondhand und Kreislaufwirtschaft müssen normal werden." Denn das nachhaltigste Produkt sei immer jenes, das nicht neu hergestellt werden müsse, "egal ob es Textilien sind oder Elektroartikel".

 

Klimawandel und Klimakrise

https://www.interview-welt.de/blog/klimawandel-umwelt-wetter-forschung/

 

Der Konsum muss umgestellt werden

 

Wohlgemuth betonte: "Wir müssen uns klarmachen, dass wir mit unserem Konsum der Haupttreiber der Klimakrise sind. Indirekt haben wir damit auch Einfluss auf die sehr hohen CO2-Emissionen in China. Das sind zu einem guten Teil auch unsere Treibhausgase, denn die Kohleverstromung in China wird ja auch genutzt, um billige Textilien und billige Elektroartikel herzustellen, die dann zu uns verschifft oder geflogen werden." Es sei deswegen notwendig, den Konsum umzustellen.

 

Masse an Kleidung hat sich weltweit verdoppelt

 

Die Greenpeace-Expertin betonte, "Fast Fashion", also der schnelle Wechsel und Verbrauch von Textilien, habe dazu geführt, dass sich innerhalb von nur 15 Jahren die Masse an Kleidung, die weltweit produziert werde, verdoppelt habe. Gleichzeitig habe sich die Tragezeit halbiert. "Modeartikel sind zu Wegwerfartikeln geworden, ebenso wie viele Elektroartikel und sogar viele Möbel. Von dieser Wegwerfmentalität müssen wir dringend weg, wenn wir das Klima wirksam schützen wollen."

 

Aus Textilienhändlern müssen Dienstleister werden

 

Aus vielen Textilienhändlern müssten deshalb Dienstleister werden, die Artikel verleihen, zum Tausch anbieten oder als Secondhand-Ware wiederverkaufen, so Wohlgemuth.

Jeder Deutsche kauft nach Angaben der Greenpeace-Expertin pro Kopf und Jahr im Durchschnitt 60 neue Kleidungsstücke, Wäsche und Socken noch nicht einmal mitgerechnet. Sie betonte: "Wenn wir nur zwei Kleidungsstücke pro Person und Jahr weniger kaufen würden, dann hätten wir damit schon den Treibhausgasausstoß des kompletten innerdeutschen Flugverkehrs ausgeglichen." pm, ots

 

English version

 

The environmental organisation Greenpeace is pushing for a restructuring of the retail sector to protect the climate.

 

Viola Wohlgemuth, consumer expert and campaign manager at Greenpeace Germany, told the "Neue Osnabrücker Zeitung": "I am specifically calling for ten percent of retail space in German city centres to be made available for alternatives to new purchases over the next five years. Second-hand and circular economy must become normal." Because the most sustainable product is always the one that does not have to be manufactured anew, "regardless of whether it is textiles or electrical goods".

 

Consumption must be changed

 

Wohlgemuth emphasised: "We have to realise that our consumption is the main driver of the climate crisis. Indirectly, we also have an influence on the very high CO2 emissions in China. To a large extent, these are also our greenhouse gases, because coal-fired power generation in China is also used to produce cheap textiles and cheap electrical goods, which are then shipped or flown to us." It is therefore necessary to change consumption.

 

Mass of clothing has doubled worldwide

 

The Greenpeace expert emphasised that "fast fashion", i.e. the rapid change and consumption of textiles, has led to a doubling of the mass of clothing produced worldwide within only 15 years. At the same time, the wearing time has halved. "Fashion items have become disposable, as have many electrical items and even much furniture. We urgently need to move away from this throwaway mentality if we want to protect the climate effectively."

 

Textile retailers must become service providers

 

Many textile retailers must therefore become service providers who lend out items, offer them for exchange or resell them as second-hand goods, Wohlgemuth said.

According to the Greenpeace expert, every German buys an average of 60 new items of clothing per capita and year, not even counting underwear and socks. She emphasised: "If we were to buy just two items of clothing less per person and year, we would have already offset the greenhouse gas emissions of the entire domestic German air traffic." pm, ots, mei

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